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Update zu Bárðarbunga, Holuhraun, Island

Mittwoch, 17. September 2014

Im Holuhraun fliesst die Lava wie schon erwähnt nicht mehr weiter Fluss abwärts, das Lavafeld wird aber immer breiter und hat heute mittlerweile eine Fläche von 30 Quadratkilometer erreicht. In diesem Bericht von mbl.is wir der Vulkanologe Ármann Höskulds­son zitiert, welcher die Aussage von gestern, das es noch monatelang weiter geht im Gebiet des Holuhraun, mit folgenden Worten verdeutlicht : «The prob­a­bil­ity that a fresh erup­tion will take place is 99.9 per­cent. This is only the be­gin­ning» - Die wahrscheinlichkeit einer neue Eruption liegt bei 99,9 Prozent. Das ist erst der Anfang.

Der Grund für seine Aussage erklärt er damit, dass weiterhin eine Menge an Magma in das System unterhalb des Bárðarbunga fliesst und es nur eine Frage der Zeit ist, wo es als nächstes austritt. Dies ist auch einer Gründe, weshalb das Gebiet immer noch grossräumig und für alle gesperrt ist. Sollte es zu einer grösseren Eruption kommen, wäre die Zeit zu kurz um Personen zu suchen und zu evakuieren. Da das öffentliche Interesse aber gross ist, treffen sich heute Vertreter von Tourismusbranche und Zivilschutz, um zu besprechen, wie und ob eine vorsichtige Öffnung des Gebietes möglich ist.

Es strömen immer noch grosse Mengen Schwefeldioxid im Holuhraun in die Atmosphäre; momentan pro Sekunde um die 1 Tonne. Da sich die Schwefeldioxidwolke immer in Windrichtung bewegt und eingermassen vorhersagbar ist, hat der isländischen Wetterdienst eine Vorhersage eingerichtet. Für morgen, 18. September, gibt es eine Warnung für die Region süd-westlich von Holuhraun bis zum Landmannalaugar und fast bis zum Laugarvatn.Personen in den betroffenen Regionen werden angewiesen, die Messwerte regelmässig zu kontrollieren und bei erhöhten Werten entsprechende Massnahmen zu treffen (wie zum Beispiel Fenster schliessen und Heizung erhöhen). Auch Schafe und Pferde leiden unter dem Schwefeldioxid. Bauern bemerkten dass die Tiere beim Abtrieb oft müde sind. 

Gunnuhver explodiert

Auch auf der Halbinsel Reykjanes, südlich des Internationalen Flughafen in Keflavík und westlich von Grindavík, brodelt es unter der Oberfläche. Die Schlammquelle Gunnuhver ist viel aktiver geworden, weshalb der öffentliche Steg gesperrt wurden. Teile des Steges wurden sogar gesprengt, wie man auf dem Video unten sehen kann. Der Grund für die erhöhte Aktivität wird untersucht.