Bárðarbunga rumort, Holuhraun brodelt

Die aktuelle Situation bei der Spalteneruption im Lavafeld Holuhraun (welches sich nord-östlich des Bárðarbunga befindet) hat sich nicht grob verändert. Die Spalteneruption hat immer noch eine grosse Aktivität und befördert zwischen 100 – 200 Kubikmeter Material pro Sekunde auf die Oberfläche. Mittlerweile ist das neue Lavafeld um die 19 Quadratkilometer gross und die Lava erstreckt sich auf eine Länge von 11 Kilometer. Dabei hat die Lava den Fluss Jökulsár á Fjöllum erreicht. Es wurde befürchtet, das die Lava in Kombination mit dem Gletscherwasser eine explosive Mischung ergeben könnte, was aber nicht geschah. Der Fluss muss sich aber langsam einen Umweg um die Lava suchen. Man ist sich zudem nicht sicher, ob es noch weiter Spalten gibt im Boden (es gab vor paar Tagen eine zweite Spalte, welche aber mittlerweile wieder nachgelassen hat). Auch die Gefahr von einer Flutwelle infolge Schmelzwasser aus dem Gletscher ist immer noch vorhanden. Da die Isländer sehr vorsichtig sind, wurden deshalb alle Wissenschaftler sowie die begleitenden isländischen Medien aus dem Gebiet um Holuhraun evakuiert und haben ihr Basislager in sicherer Distanz auf einer Anhöhe bei der Askja angelegt.


Datenquelle

Unter dem Bárðarbunga geht die seismische Aktivität unterdessen weiter. Mittlerweile haben Aufzeichnungen ergeben, dass unter dem über 700 Meter dicken Eis beim Bárðarbunga die allererste subglaziale Eruption stattgefunden haben muss, noch bevor im Holuhraun die erste Spalteneruption sich öffnete. Die Erdbeben unter dem Bárðarbunga sind immer noch intensiv und erreichen immer wieder eine Stärke von 5 und mehr. Ein Ausbruch ist nicht auszuschliessen. Solange der Druck in der Magmakammer des Bárðarbunga aber durch den vorhandenen Dkye (Riss) gegen Norden und durch die Spalteneruption im Holuhraun abgelassen werden kann, sollte der Bárðarbunga selbst zu wenig Kraft für einen Ausbruch haben.