Komet C/2014 Q2 Lovejoy am Nachthimmel

Im Moment fliegt der Komet C/2014 Q2 Lovejoy über den Nachthimmel. Er wurde am 17. August 2014 entdeckt und nähert sich der Erde bis auf 70 Millionen Kilometer. Aktuell kann man ihn in der Nähe der Pleiaden sehen und er ist so hell, das er sogar in der Lichtverschmutzten Stadt zu sehen ist.

Für das grüne Licht sind zwei-atomige Kohlenstoffmoleküle in den Gasen des Schweifs verantwortlich. Der Komet C/2014 Q2 alias Lovejoy ist noch bis im Februar am Nachthimmel sichtbar. Eine detaillierte Karte, wo man den Komet mit blossen Auge, Feldstecker, Digitalkamera oder Fernrohr sehen kann, gibt es bei skyandtelescope.com.

Update zu Bárðarbunga, Holuhraun, Island [4. Januar 2015]

Seit dem letzten Update sind schon wieder mehr als ein Monat vergangen.

Holuhraun

Sonst hat sich nicht viel geändert. Die Eruption ist weiterhin aktiv und fördert Lava. Das Lavafeld wächst zwar nicht mehr so schnell wie zu Beginn, hat aber jetzt doch schon eine Grösse von über 83 km2 erreicht. Auch das Schwefeldioxid strömt weiterhin in grossen Mengen aus. Eine Prognose, wie lange diese Eruption noch dauert will mittlerweile niemand mehr abgeben. Man ist sich auch nicht mehr ganz sicher, ob die Eruption wirklich durch den Dyke vom Bárðarbunga aus mit Magma versorgt wird.

Bárðarbunga

Die Caldera des Bárðarbunga senkt sich immer langsamer ab. Sie hat sich seit dem 12. September 2014 um zirka 33 Meter abgesenkt und bewegt sich nur noch minimal. Die Erdbeben unter dem Bárðarbunga sind weiterhin vorhanden. Einige erreichen auch immer wieder eine Stärke von 5 oder mehr. Aus diesem Grund ist weiterhin ein Ausbruch des Bárðarbunga möglich.

Holuhraun ist normal und gehört zu Island

In Island ist man seit letzter Woche zu "Normalität" übergegangen. Alle Warnhinweise zur Spalteneruption und der erhöhten Schwefeldioxidbelastung wurden auf der Website des Meteorologischen Instituts vedur.is entfernt. Alle Vorhersagen und Prognosen sind aber weiterhin vorhanden. Da diese Spalteneruption jetzt ein Teil von Island ist und dazugehört wie der Geysir, muss man nicht explizit davor warnen.

Bewegende Bilder Island 2014

Nun sind schon einige Wochen vorbei seit wir in Island waren. Wir haben viele Fotos gemacht, welche ihr im Album Island 2014 auch geniessen könnt. Aber auf der Reise gibt es immer wieder Momente, wo man an der Kamera doch in den Film-Modus wechselt, weil man die Bewegung und die Geräusche der Situation vor der Linse festhalten möchte. Ein paar kurze Film-Sequenzen sind ja auch schon im Album vorhanden. Da wir auf der ganzen Reise aber mehr als 250 Film-Sequenzen und einige Timelapse aufgenommen haben, wäre es schade, diese einfach auf der Festplatte zu archivieren.

Deshalb haben wir die besten, eindrücklichsten oder für uns wichtigen Momente zu einem Kurzfilm zusammengeschnitten. Es wurde absichtlich auf Musikuntermalung verzichtet, da man die Eindrücke auch hören soll. In Island blubbert, zischt, rauscht, tropft und pfeifft es an vielen Orten. Oder es herrscht einfach Ruhe wie zum Beispiel beim Kratersee Tjarnagigar in der nähe des Laki-Krater.

Schwefeldioxid in Island - Vergleich zwischen heute und beim Laki im Jahr 1783

Aktuell strömen im Holuhraun täglich zwischen 40'000 und 60'000 Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre. Das hat dazu geführt, dass der Schnee im Hochland in einigen Region sehr säurehaltig ist. Statt dem üblichen pH-Wert von 5,6 hat der Schnee dort stellenweise nur noch einen pH-Wert von 3,2. Dieser Säuregehalt liegt zwischen einem Orangensaft (3,5) und Cola (2,0 - 3,0).

In Verbindung mit dem Schwefeldioxid werden immer wieder die Laki-Ausbrüche erwähnt. Die beiden Ereignisse ähneln sich zwar, man kann aber die aktuelle Eruption nicht mit der von 1783 am Laki vergleichen. Das Ereignis im Jahr 1783/84 war um einiges heftiger. Alleine die Menge des freigesetzten Schwefeldioxid war beim Laki war riesig. In dem Zeitraum von 8 Monaten, in welcher die Eruption stattfand, wurden unglaubliche 120 Millionen Tonnen Schwefeldioxid freigesetzt. Falls die Eruption im Holuhraun auch 8 Monate anhält und weiterhin täglich bis zu 60'000 Tonnen Schwefeldioxid ausstösst, würde sie in diesem Zeitraum "nur" ein Menge von 15 Millionen Tonnen Schwefeldioxid freisetzen.

Infolge der Eruption der Winter 1783/84 kühler, was dazu führte, dass sich viel Nebel bildete (diesem Ereignis sagt man auf isländisch Móðuharðindin, was übersetzte "Not mit dem Nebel" bedeutet) welcher sich dann mit dem Schwefeldioxid verband, was schwefelsäurehaltiger Nebel bildete. Und genau dieser schweflige Nebel war dann tödlich. Ein paar weitere Interessante Details zum Schwefeldioxid in Island findet man noch hier in diesem Artikel.

Update zu Bárðarbunga, Holuhraun, Island [19. November 2014]

Die aktuelle Eruption im Holuhraun, welche langsam offiziell den Namen Nornahraun erhält, damit man die beiden Eruption auseinander halten kann, geht ununterbrochen und intensiv weiter.

Holuhraun

Das Lavafeld hat eine Fläche von rund 74 km2 bedeckt und ist so gross wie der Mývatn-See. Die Menge an Lava, welche ausgestossen wurde, hat mittlerweile ein Volumen von über 1 km3 erreicht.

Der Krater, bei welchem die Lava aus dem Erdinneren kommt, ist gegen die 100 Meter hoch und hat eine Länge von 400 Meter, Darin befindet sich ein eindrücklicher Lavasee in welchem die Lava kocht.

Auch wenn die Lava unterdessen eine riesige Fläche bedeckt, bedeutet sie dennoch für Mensch und Tier keine grosse Gefahr. Anders sieht da mit dem giftigen Gas Schwefeldioxid aus, welches auch aus dem Krater aufsteigt. Dazu haben wir einen eigenen Artikel geschrieben, welcher die Gefahr zeigt, aber auch aufzeigt, warum der Laki-Ausbruch und dessen Folgen ein vielfaches gewaltiger waren: Schwefeldioxid in Island - Verglich zwischen heute und beim Laki im Jahr 1783.

Bárðarbunga

Beim und unter dem Bárðarbunga gibt es grundsätzlich keine grosse Veränderung. Die Erdbeben haben abgenommen und das absinken der Caldera hat sich verlangsamt.

Mittlerweile ist sich die Wissenschaft aber nicht mehr sicher, wie genau der Zusammenhang von Bárðarbunga und Nornahraun ist. Es gibt die erste Annahme, dass das Nornahraun durch einen Dyke (Riss) vom Bárðarbunga mit Lava versorgt wird. Neu wird aber auch spekuliert, ob das Nornahraun vielleicht eine eigene, direkte Lavaversorgung durch eine Mantelplume hat.

Gunnuhver

Im Geothermalgebiet Gunnuhver im Südwesten von Island, in welchem es mitte September auf einmal eine erhöhte Aktivität hatte, hat sich jetzt ein Schlammgeysir gebildet. Dieser bricht regelmässig aus und spritzt eine bis zu 20 Meter hohe Schlammfontäne hoch. Gemäss blog.snaefell.de wird folgender Grund für die Veränderung angegeben: "eine Erdbebenserie, die im Untergrund Veränderungen ausgelöst hat, weshalb sich der heisse Dampf neue Wege an die Oberfläche suchen musste".

Freie Sicht auf Holuhraun

Da es im isländischen Hochland Winter ist und weite Teile schneebedeckt sind, ist meistens auch das Wetter rund um die Eruptionsspalte Nornahraun nicht sehr gut. Deshalb sieht man meistens auf der Webcam auch nicht viel. Anders heute. Dank der Wetterlage hat man freien Blick auf das eindrückliche Naturschauspiel.

Man kann gut erkennen wie es durch die enorme Hitze der Lava in der Nähe des Lavafeldes kein Schnee hat.

Update zu Bárðarbunga, Holuhraun, Island [11. Oktober 2014]

Viel verändert hat sich seit dem letzten Beitrag nicht. Sowohl am Bárðarbunga wie im Holuhraun läuft alles eigentlich so wie bisher.

Holuhraun

Das Lavafeld im Holuhraun bedeckt eine Fläche von über 56 km2 und wächst jeden Tag weiter. Das Volumen der Lava wir mit zirka 0,8 km3 angegeben. Die grossen Mengen Schwefeldioxid welche ausgestossen werden verursachen überall auf der Insel immer wieder eine sehr höhe Konzentration des Schwefeldioxid in der Luft. Andererseits gab es in der Region von Reykjavik durch das Schwefeldioxid in der Atmosphäre eindrückliche Sonnenuntergänge. Auch aus dem All kann man den blauen Schleier der Schwefeldioxidwolke gut sehen.

Die schon erwähnte Fotografin Kerstin Langenberger hat noch weitere wunderschöne Bilder von ihrer Reise zum Holuhraun in ihrem Blog veröffentlicht.

Die neusten Aufnahmen vom gestern Freitag, 10. Oktober, zeigen im Holuhraun einen relativ grossen Lavasee im grössten Krater und man sieht wunderschön die Lavaflüsse.

Bárðarbunga

Die Caldera des Bárðarbunga senkt sich weiter um etwa 0,5 Meter pro Tag wie man auf dieser Karte gut sehen kann. Darauf kann man auch gut erkennen (die roten Linien), das es immer wieder Erdbeben von der Stärke 5.0 oder mehr gibt.

Update 13. Oktober

Der Geologe Thor Thordarson macht den Vorschlag, das neue Lava im Holuhraun zu "Nornahraun" umzubenennen.

Holuhraun - Schnee und Lava

Holuhraun

Im isländischen Hochland ist der Winter angekommen. Die ersten Schneefälle haben so auch den Bereich bei der Spalteneruption im Holuhraun erreicht. Die Bilder sind auch in Weiss sehr spannend wie diese Aufnahmen von Kerstin Langenberger zeigten (Bilder am Ende des Artikel).

Die Spalteneruption im Holuhraun ist weiter aktiv und das Lavafeld vergrössert sich täglich um etwa zwei Quadratkilometern. Unterdessen bedeckt das Lavafeld so schon 48 Quadratkilometer, was einer Fläche in der Grösse des Thunersee entspricht.

Update zu Bárðarbunga, Holuhraun, Island [27. September 2014]

Holuhraun

Wie man auf dieser Karte sehen kann hat sich das Lavafeld gegen Norden vergrössert und hat die Hochlandstrasse F910, im Bereich Flæður, auf einem Teilstück für immer verschwinden lassen. Dies ist aber nicht weiter schlimm. Sobald das Lavafeld nicht mehr weiter wachst in diese Richtung, kann neben dem Lavafeld eine neue Strasse in die Steinwüste gespurt werden. Das Lavafeld im Holuhraun hat jetzt eine Grösse von über 40 Quadratkilometern erreicht. Dies entspricht in etwa der Grösse des Bielersee, welcher eine Fläche von 39,5 Quadratkilometern hat. Sonst hat sich nichts nennenswertes geändert.

Das Schwefeldioxid strömt weiter in riesigen Mengen aus dem Holuhraun. Pro Tag sind es um die 20'000 Tonnen Schwefeldioxid. Diese ist mehr als ganz Europa mit Verkehr und Industrie zusammen täglich ausstösst (ca. 14'000 Tonnen). Im Bereich rund um den Holuhraun wurden tote Vögel gefunden, da sich das Schwefeldioxid in der Lunge mit Wasser mischt und zu Schwefelsäure wird, welches das Gewebe zerfrisst. In Mitteleuropa, genauer in Österreich, wurden in den letzten Tagen nun auch erhöhte Schwefeldioxidwerte gemessen, welche sogar den Grenzwert überschritten.

Bárðarbunga

Die Caldera des Bárðarbunga senkt sich weiterhin um etwa 50cm/Tag ab und hat sich mittlerweile um die 29 Meter abgesenkt. Täglich gibt es zwischen einem und mehreren Erdbeben über Stärke 5.0.

Gunnuhver

Das Geothermalfeld Gunnuhver über welches wir vor paar Tagen berichteten, wurde nach einem Tag wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Infomationen über die Gründe für die erhöhte Aktivität haben wir noch keine gefunden.

Spalteneruption am Laki

Vor 230 Jahren, im Jahr 1783, ereignete sich am Lakagígar eine Spalteneruption welche ähnlich war wie diese im Jahr 2014/2015 im Holuhraun. Nur war die Eruption der Lakagígar um ein mehrfaches Stärker als die jetzt am Holuhraun. Auch bei den Lakagígar wurden riesige Mengen Schwefeldioxid in die Atmosphäre geschossen; so viel, dass halb Europa davon betroffen war und mehrere 10'000 Menschen an den Folgen des Schwefeldioxid und dem Dunst durch die Aschewolke starben.

In Island ist die Spalteneruption Lakagígar sowie die Folgen allgemein bekannt. Hier in Europa weiss aber fast niemand etwas von den hier in Europa entstandenen verheerenden Folgen der Laki-Eruption.

Diese Dokumentation von Arte zeigt interessante Details der Eruption am Laki sowie deren Folgen für Europa: