Schwefeldioxid in Island - Vergleich zwischen heute und beim Laki im Jahr 1783

Aktuell strömen im Holuhraun täglich zwischen 40'000 und 60'000 Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre. Das hat dazu geführt, dass der Schnee im Hochland in einigen Region sehr säurehaltig ist. Statt dem üblichen pH-Wert von 5,6 hat der Schnee dort stellenweise nur noch einen pH-Wert von 3,2. Dieser Säuregehalt liegt zwischen einem Orangensaft (3,5) und Cola (2,0 - 3,0).

In Verbindung mit dem Schwefeldioxid werden immer wieder die Laki-Ausbrüche erwähnt. Die beiden Ereignisse ähneln sich zwar, man kann aber die aktuelle Eruption nicht mit der von 1783 am Laki vergleichen. Das Ereignis im Jahr 1783/84 war um einiges heftiger. Alleine die Menge des freigesetzten Schwefeldioxid war beim Laki war riesig. In dem Zeitraum von 8 Monaten, in welcher die Eruption stattfand, wurden unglaubliche 120 Millionen Tonnen Schwefeldioxid freigesetzt. Falls die Eruption im Holuhraun auch 8 Monate anhält und weiterhin täglich bis zu 60'000 Tonnen Schwefeldioxid ausstösst, würde sie in diesem Zeitraum "nur" ein Menge von 15 Millionen Tonnen Schwefeldioxid freisetzen.

Infolge der Eruption der Winter 1783/84 kühler, was dazu führte, dass sich viel Nebel bildete (diesem Ereignis sagt man auf isländisch Móðuharðindin, was übersetzte "Not mit dem Nebel" bedeutet) welcher sich dann mit dem Schwefeldioxid verband, was schwefelsäurehaltiger Nebel bildete. Und genau dieser schweflige Nebel war dann tödlich. Ein paar weitere Interessante Details zum Schwefeldioxid in Island findet man noch hier in diesem Artikel.