Wann bricht der Vulkan Bárðarbunga aus? (Update)

Hier in Island (wo wir noch bis morgen sind), wird unterdessen alles für ein grösseres Ereignis vorbereitet. Bis heute wurde nur auf inoffiziellen Website wie jonfr.com offen davon gesprochen, das der Ausbruch des Bárðarbunga nur noch eine Frage der Zeit ist, wenn es auch niemand hofft.

Da auch die Wissenschaftler nicht wissen, was unterhalb des Bárðarbunga genau geschieht, wurden gestern offiziell (mittlerweile nur noch) 3 mögliche Szenarien für die nahe Zukunft aufgezeigt:

  1. Alles rund um Bárðarbunga und Holuhraun endet einfach ohne weiteres Ereignis

  2. Es bleib wie es ist, die Spalteneruption im Holuhraun geht weiter und der Bárðarbunga bricht NICHT aus

  3. Bárðarbunga bricht aus! 

Bei einem Ausbruch des Bárðarbunga wird davon ausgegangen, dass dieser mehr als 10mal Stärker sein wird als es im Jahr 2010 beim Eyjafjallajökull der Fall war.

Wieso steigt die Wahrscheinlichkeit für ein Ausbruch?

Seit heute Abend, 12. September, kann man nun offiziell davon ausgehen, dass der zweitgrösste Vulkan in Island, der Bárðarbunga, irgendwann "in nächster Zeit" ausbricht. RÚV, der Staatssender für Radio und TV (vergleichbar mit SRF in der Schweiz), kommuniziert seit heute Abend, dass er seine 2 Langwellen-(Katastrophen)-Sendestation aktiviert hat, da diese Beiden einerseits über das ganze Land empfangen werden können und zudem auch ohne externe Stromversorgung betrieben werden können im Fall einer grösseren Gletscherwasserflut. Gemäss diesem isländischen Bericht hat auch der Stromnetzbetreiber von Island, Landsnet, damit begonnen, seine Ressourcen darauf vorzubereiten um einen grossflächigen Stromausfall als Folge einer Wasserflut mit grösserer Beschädigung der Infrastruktur im Stromnetz bewältigen zu können. 

Die Spalteneruption im Holuhraun ist weiter im Gange. Die Intensität der Eruption lässt nach, wenn auch der Lavastrom aus dem Spalt nicht abgenommen hat. Dies ist Besorgniserregend, da Messungen ergeben haben, dass aktuell mehr Material in den Dyke (Riss zwischen der Magmakammer unter dem Bárðarbunga und der Spalteneruption im Holuhraun) fliesst, als im Holuhraun austritt. Damit steigt der Druck in der Magmakammer und dem Dyke, was weitere Spalteneruptionen auslösen könnte. Oder dass der Vulkan Bárðarbunga selbst ausbricht. Akute Gefahr aber verbirgt sich momentan in dem im Gebiet des Holuhraun austretenden Schwefeldioxid, welches sich durch Wind und Wetter über Ost-Island verbreitet und Atembeschwerden verursachen kann. Eine entsprechende Warnung wurde für diese Region ausgesprochen. Interessanterweise hat auch schon das Meteorologische Institut in Norwegen über dem norwegischen Festland Schwefeldioxid aus dem Holuhraun entdeckt.

Weiter hat sich der Gletscher über dem Vulkankrater des Bárðarbunga über die letzten Tag auf mittlerweile 21 Meter abgesenkt und riesige Risse ins Gletschereis gebrochen. Um sich die Dimension vorzustellen: die Chaldera (Vulkankrater) des Bárðarbunga hat eine Grösse von zirka 70 Quadratkilometer (was fast genau der Fläche des Thuner- & Brienzersee zusammen entspricht). Zudem ist die Erdbebenaktivität um den Bárðarbunga weiterhin hoch im Bereich zwischen Stärke 4 - 5,5.

Update 13. September, 08:30 Uhr

Letzte Nacht und in den frühen Morgenstunden wurde die höchste Konzentration von Schwefeldioxid bei der Eruption gemessen. Auch in Ostisland wurden massiv höhere Werte gemessen. Aus diesem Grund wurde die Bevölkerung angewiesen, Fenster zu schliessen und die Temperaturen in den Häusern zu erhöhen. Auch sollten sie die Messwerte regelmässig kontrollieren, da sich die Werte in kurzer Zeit stark verändern können.