Stichwort: Island

Plokkfiskur

Plokkfiskur ist ein altes, einfaches isländisches Fischgericht. Da es früher mehrmals pro Woche Kartoffel und Fisch gab, hatte man meistens auch Resten von Beidem. Daraus hat man dann Plokkfiskur gemacht.
Wenn wir es heute frisch zubereiten, müssen wir die Kartoffeln und den Fisch zuvor kochen, aber wenn es früher Resten waren, waren diese ja meistens schon gekocht und so schnell zubereitet. Mittlerweile ist Plokkfiskur eine isländische Spezialität, welche an vielen Orten in Island als einfach Mahlzeit den Touristen angeboten wird. Plokkfiskur wird oft zusammen mit Roggenbrot und Butter serviert und ist sehr nahrhaft. Wir haben euch hier unsere eigene Variante von Plokkfiskur als Rezept.

Plokkfiskur - Das Rezept

Zubereitungszeit: zirka 25 Minuten
Mit Roggenbrot serviert: bis zu 4 Personen
Nur Plokkfiskur: 2-3 Personen 

500g Fisch (Schellfisch oder Kabeljau)
1kg Kartoffeln
50g Butter oder Öl
3 EL Mehl
400ml Milch
1/2 TL Salz
ein wenig Salz und Pfeffer
1 EL Senf
ein wenig gemahlene Muskatnuss
1 Roggenbrot
Butter als Brotaufstrich 

  • Kartoffeln in Wasser kochen oder in kleinere Stücke schneiden und steamen
  • Wasser kochen und Salz dazugeben
  • Fisch in das kochende Wasser geben und ca. 20 Minuten kochen
  • Butter in eine Pfanne geben und schmelzen, dann Mehl unterrühren
  • Senf dazugeben
  • Sofort mit Milch ablöschen
  • Fisch dazugeben und kräftig mit einem Holzlöffel o.ä. umrühren, bis eine breiige Masse entsteht
  • Kartoffeln dazugeben und kräftig unterrühren
  • abschmecken Salz und Pfeffer
  • Wenn man mag, ein wenig gemahlenes Muskatnuss

Auf Teller servieren und dazu Roggenbrot mit Butter.

Island 2015 - Snæfellsnes, Westfjorde, Holuhraun, Laki

Von Mitte August bis anfangs September 2015 waren wir ein weiteres Mal in Island unterwegs. Gestartet haben wir mit Snæfellsnes und den Westfjorde. Weiter gingen wir in den Osten bis zum Abzweiger auf die F88 und zum neuen Lavafeld im Holuhraun. Dann zurück, über die Hochlandstrasse 35 gegen Süden.

Wir haben in 3 Wochen über 4'000 km gemacht und viele spannende und schöne Ort entdeckt. Ein absolutes Highlight war das neue Lavafeld am Holuhraun zu besuchen, wo wir auch im durch die Lava aufgeheizten Gletscherfluss baden konnten. Auch das Aurora Borealis konnten wir mehrere Male beobachten, unteranderem sehr intensiv mitten in der Hauptstadt Reykjavik.

Holuhraun: Sperrzone erheblich verkleinert

Anfangs diese Woche wurde die Sperrzone rund um das neu entstandene Lavafeld Holuhraun massiv verkleinert. Nun kann man sich grundsätzlich über die Hochlandstrasse F910 bis auf 20 Meter nähern, da die Sperrzone im nördlichen Teil nur 20 Meter neben dem Lavafeld endet.

Da aber in Island immer noch Winter ist und im Hochland noch viele Schnee liegt, wird es wohl noch ein paar Monate gehen bis man diese neue Landschaft aus der Nähe bestaunen kann.

Wir werden diese Region jetzt aber definitiv in unsere Planung für unsere diesjährige Islandreise einplanen.

Eruption beendet: Update zu Bárðarbunga, Holuhraun, Island [1. März 2015]

Vor einer Woche hatten wir berichtet, dass die Eruption am holuhraun in der nächsten Woche enden könnte. Nun ist eine Woche vergangen und die Eruption ist seit Samstag, 28. Februar 2015, offiziell vorbei.

Auszug aus der Meldung des Isländischen Zivilschutzes:

The Scientific Advisory Board of the Icelandic Civil Protection held a meeting this morning, Saturday 28th of February 2015, and sent out the following statement:

  • The volcanic eruption in Holuhraun, which began on August 31st 2014, has come to an end.
  • The area continues to be closely monitored.
  • Gas contamination is still detected around the eruption site.
  • No changes have been made to the restricted area north of Vatnajökull.
  • The Civil Protection still operates in alert phase.
  • Aviation Colour Code for Bárðarbunga has been downgraded from orange to yellow.

Wie man dieser Meldung auch entnehmen kann, wurde die Gefahrenkarte für den Flugverkehr im Bereich des Bárðarbunga von orange auf gelb heruntergestuft, was keiner aktiven Eruption entspricht. Dieser Entscheid beruht sicher auch auf der Tatsache, das bei einem Überflug am 27. Februar keine glühende Lava mehr gesichtet würde. Ein Vermessung per Radar-Satellitenbild hat zudem gezeigt, dass das Lavafeld Holuhraun seit Mitte Februar flächenmässig nicht mehr gewachsen ist.

Aktuell strömen aber immer noch giftige Gase aus dem Eruptionsspalt. Alle Sicherheitsmassnahmen und die grossräumige Sperrung des Gebiets ist weiterhin aktiv.

Holuhraun, Island - beginnt die letzte Woche?

In den letzten Wochen hat die Eruption im Holuhraun kontinuierlich abgenommen. Dieses Video von vísir.is zeigt schön die Entwicklung der Eruption und man kann deutlich erkennen – bei den Aufnahmen vom 17. Feburar 2015 – dass die Eruption nachgelassen hat und es im Krater schon viele Bereiche gibt wo die Lava nicht mehr glühend rote-gelbe ist (Hier gibt es auch noch zwei neue Aufnahmen).

Auch die Vermessung des Nornahraun zeigt deutlich die Abnahme der Intensität. War das ganze Lavafeld vor einem Monat noch 84 Quadratkilometer gross, ist es im letzten Monat nur um 1 Quadratkilometer gewachsen, auf rund 85 Quadratkilometer.

Der Vulkanologe Haraldur Sigurðsson hatte im Oktober 2014 anhand von der Fliessmenge des Lavas und Absenkung der Caldera am Bárðarbunga berechnet, das die Eruption um den 04. März 2015 endet. Ob diese stimmt, werden wir bald sehen. Aber mittlerweile gehen auch weitere Vulkanologen wie Mag­nús Tumi Guðmunds­son davon aus, dass die Eruption bald endet: «Es ist sehr wahrscheinlich, das die Eruption vor dem Sommer vorbei ist»

Letzte Woche wurde auch die Sperrzone neu besprochen und verkleinert, in welche man nur mit Sonderbewilligung kommt. Die genauen Angaben findet man bei isländischen Zivilschutz.

Einige eindrückliche Bilder der Eruption am Holuhraun gibt es auf nordbilder.com.

Bárðarbunga

Auch am Bárðarbunga wird es immer ruhiger. Die Caldera senkt sich nur noch im Schneckentempo und die Erdbeben werde immer weniger und schwächer. Vor kurzem gab es das erste Mal seit letztem August ein Zeitfenster von mehr als 48 Stunden am Bárðarbunga, in dem es kein Erdbeben über Stärke 3 gab.

Update zu Bárðarbunga, Holuhraun, Island [4. Januar 2015]

Seit dem letzten Update sind schon wieder mehr als ein Monat vergangen.

Holuhraun

Sonst hat sich nicht viel geändert. Die Eruption ist weiterhin aktiv und fördert Lava. Das Lavafeld wächst zwar nicht mehr so schnell wie zu Beginn, hat aber jetzt doch schon eine Grösse von über 83 km2 erreicht. Auch das Schwefeldioxid strömt weiterhin in grossen Mengen aus. Eine Prognose, wie lange diese Eruption noch dauert will mittlerweile niemand mehr abgeben. Man ist sich auch nicht mehr ganz sicher, ob die Eruption wirklich durch den Dyke vom Bárðarbunga aus mit Magma versorgt wird.

Bárðarbunga

Die Caldera des Bárðarbunga senkt sich immer langsamer ab. Sie hat sich seit dem 12. September 2014 um zirka 33 Meter abgesenkt und bewegt sich nur noch minimal. Die Erdbeben unter dem Bárðarbunga sind weiterhin vorhanden. Einige erreichen auch immer wieder eine Stärke von 5 oder mehr. Aus diesem Grund ist weiterhin ein Ausbruch des Bárðarbunga möglich.

Holuhraun ist normal und gehört zu Island

In Island ist man seit letzter Woche zu "Normalität" übergegangen. Alle Warnhinweise zur Spalteneruption und der erhöhten Schwefeldioxidbelastung wurden auf der Website des Meteorologischen Instituts vedur.is entfernt. Alle Vorhersagen und Prognosen sind aber weiterhin vorhanden. Da diese Spalteneruption jetzt ein Teil von Island ist und dazugehört wie der Geysir, muss man nicht explizit davor warnen.

Schwefeldioxid in Island - Vergleich zwischen heute und beim Laki im Jahr 1783

Aktuell strömen im Holuhraun täglich zwischen 40'000 und 60'000 Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre. Das hat dazu geführt, dass der Schnee im Hochland in einigen Region sehr säurehaltig ist. Statt dem üblichen pH-Wert von 5,6 hat der Schnee dort stellenweise nur noch einen pH-Wert von 3,2. Dieser Säuregehalt liegt zwischen einem Orangensaft (3,5) und Cola (2,0 - 3,0).

In Verbindung mit dem Schwefeldioxid werden immer wieder die Laki-Ausbrüche erwähnt. Die beiden Ereignisse ähneln sich zwar, man kann aber die aktuelle Eruption nicht mit der von 1783 am Laki vergleichen. Das Ereignis im Jahr 1783/84 war um einiges heftiger. Alleine die Menge des freigesetzten Schwefeldioxid war beim Laki war riesig. In dem Zeitraum von 8 Monaten, in welcher die Eruption stattfand, wurden unglaubliche 120 Millionen Tonnen Schwefeldioxid freigesetzt. Falls die Eruption im Holuhraun auch 8 Monate anhält und weiterhin täglich bis zu 60'000 Tonnen Schwefeldioxid ausstösst, würde sie in diesem Zeitraum "nur" ein Menge von 15 Millionen Tonnen Schwefeldioxid freisetzen.

Infolge der Eruption der Winter 1783/84 kühler, was dazu führte, dass sich viel Nebel bildete (diesem Ereignis sagt man auf isländisch Móðuharðindin, was übersetzte "Not mit dem Nebel" bedeutet) welcher sich dann mit dem Schwefeldioxid verband, was schwefelsäurehaltiger Nebel bildete. Und genau dieser schweflige Nebel war dann tödlich. Ein paar weitere Interessante Details zum Schwefeldioxid in Island findet man noch hier in diesem Artikel.

Update zu Bárðarbunga, Holuhraun, Island [19. November 2014]

Die aktuelle Eruption im Holuhraun, welche langsam offiziell den Namen Nornahraun erhält, damit man die beiden Eruption auseinander halten kann, geht ununterbrochen und intensiv weiter.

Holuhraun

Das Lavafeld hat eine Fläche von rund 74 km2 bedeckt und ist so gross wie der Mývatn-See. Die Menge an Lava, welche ausgestossen wurde, hat mittlerweile ein Volumen von über 1 km3 erreicht.

Der Krater, bei welchem die Lava aus dem Erdinneren kommt, ist gegen die 100 Meter hoch und hat eine Länge von 400 Meter, Darin befindet sich ein eindrücklicher Lavasee in welchem die Lava kocht.

Auch wenn die Lava unterdessen eine riesige Fläche bedeckt, bedeutet sie dennoch für Mensch und Tier keine grosse Gefahr. Anders sieht da mit dem giftigen Gas Schwefeldioxid aus, welches auch aus dem Krater aufsteigt. Dazu haben wir einen eigenen Artikel geschrieben, welcher die Gefahr zeigt, aber auch aufzeigt, warum der Laki-Ausbruch und dessen Folgen ein vielfaches gewaltiger waren: Schwefeldioxid in Island - Verglich zwischen heute und beim Laki im Jahr 1783.

Bárðarbunga

Beim und unter dem Bárðarbunga gibt es grundsätzlich keine grosse Veränderung. Die Erdbeben haben abgenommen und das absinken der Caldera hat sich verlangsamt.

Mittlerweile ist sich die Wissenschaft aber nicht mehr sicher, wie genau der Zusammenhang von Bárðarbunga und Nornahraun ist. Es gibt die erste Annahme, dass das Nornahraun durch einen Dyke (Riss) vom Bárðarbunga mit Lava versorgt wird. Neu wird aber auch spekuliert, ob das Nornahraun vielleicht eine eigene, direkte Lavaversorgung durch eine Mantelplume hat.

Gunnuhver

Im Geothermalgebiet Gunnuhver im Südwesten von Island, in welchem es mitte September auf einmal eine erhöhte Aktivität hatte, hat sich jetzt ein Schlammgeysir gebildet. Dieser bricht regelmässig aus und spritzt eine bis zu 20 Meter hohe Schlammfontäne hoch. Gemäss blog.snaefell.de wird folgender Grund für die Veränderung angegeben: "eine Erdbebenserie, die im Untergrund Veränderungen ausgelöst hat, weshalb sich der heisse Dampf neue Wege an die Oberfläche suchen musste".

Freie Sicht auf Holuhraun

Da es im isländischen Hochland Winter ist und weite Teile schneebedeckt sind, ist meistens auch das Wetter rund um die Eruptionsspalte Nornahraun nicht sehr gut. Deshalb sieht man meistens auf der Webcam auch nicht viel. Anders heute. Dank der Wetterlage hat man freien Blick auf das eindrückliche Naturschauspiel.

Man kann gut erkennen wie es durch die enorme Hitze der Lava in der Nähe des Lavafeldes kein Schnee hat.

Update zu Bárðarbunga, Holuhraun, Island [11. Oktober 2014]

Viel verändert hat sich seit dem letzten Beitrag nicht. Sowohl am Bárðarbunga wie im Holuhraun läuft alles eigentlich so wie bisher.

Holuhraun

Das Lavafeld im Holuhraun bedeckt eine Fläche von über 56 km2 und wächst jeden Tag weiter. Das Volumen der Lava wir mit zirka 0,8 km3 angegeben. Die grossen Mengen Schwefeldioxid welche ausgestossen werden verursachen überall auf der Insel immer wieder eine sehr höhe Konzentration des Schwefeldioxid in der Luft. Andererseits gab es in der Region von Reykjavik durch das Schwefeldioxid in der Atmosphäre eindrückliche Sonnenuntergänge. Auch aus dem All kann man den blauen Schleier der Schwefeldioxidwolke gut sehen.

Die schon erwähnte Fotografin Kerstin Langenberger hat noch weitere wunderschöne Bilder von ihrer Reise zum Holuhraun in ihrem Blog veröffentlicht.

Die neusten Aufnahmen vom gestern Freitag, 10. Oktober, zeigen im Holuhraun einen relativ grossen Lavasee im grössten Krater und man sieht wunderschön die Lavaflüsse.

Bárðarbunga

Die Caldera des Bárðarbunga senkt sich weiter um etwa 0,5 Meter pro Tag wie man auf dieser Karte gut sehen kann. Darauf kann man auch gut erkennen (die roten Linien), das es immer wieder Erdbeben von der Stärke 5.0 oder mehr gibt.

Update 13. Oktober

Der Geologe Thor Thordarson macht den Vorschlag, das neue Lava im Holuhraun zu "Nornahraun" umzubenennen.